Innovative Strategien für Biofilmverhinderung und Proteinstabilisierung

 

Mikrobielle Biofilme sind unerwünschte Aufwüchse auf Oberflächen. Im klinischen Bereich sind sie mit pathogenen Keimen und Infektionen assoziiert und in industriellen Prozessen stören sie Betriebsabläufe oder werden aufgrund des pathogenen Potentials bekämpft. Problematisch ist jedoch dass Bakterien in Biofilmen 1000-fach resistenter gegenüber klassischen Antibiotika und Bioziden sind als ihre freilebenden Artgenossen. Daher ist es recht schwierig Biofilme zu therapieren. In Industrie und Forschung wurden in den letzten Jahren viele neue Ansätze entwickelt, die die mikrobielle Anheftung und Biofilmbildung unterdrücken sollen. Hierzu zählen Fortschritte im Bereich der Entwicklung von veränderten Oberflächenstrukturen und Materialien, sowie mechanische und elektrochemische Verfahren zur Bekämpfung von Biofilmen und eine Reihe von molekularen Ansätzen, die in Zellprozesse der Mikroorganismen eingreifen. Im Rahmen des vom BMBF geförderten ChemBiofilm-Projektes sollen alternative Strategien zur Biofilmbekämpfung entwickelt werden. Dabei sollen vor allen Dingen Aspekte des mikrobiellen Quorum-Quenchings genutzt werden, um Biofilme in einem frühen Wachstumsstadium zu inhibieren.